Am 26. September 1933 – fünf Wochen vor Arnold Schönbergs Ankunft in den USA – veröffentlichte die New York Times ein Statement eines der populärsten US-amerikanischen Komponisten George Gershwin.

»›America may well consider herself fortunate,‹ Gershwin said yesterday, ›to have so distinguished a composer and teacher to choose this country for his home. It is my sincere hope that Schönberg will stay a long, long time. [….] Furthermore, it will once more prove to Germany our intense disapproval of its tyranny and bigotry. Germany’s loss will be this country’s great musical gain. I consider it an honor and credit to America that Schönberg prefers to continue his life work here.‹
Gerswhin, who has never met Schönberg, said that he looks forward to making his acquaintance. While staying in Berlin some time ago, Gershwin received from Schönberg an autographed photograph.«

Nach einem Jahr an der Ostküste der USA übersiedelte Schönberg im Herbst 1934 mit seiner Frau Gertrud und Tochter Nuria nach Kalifornien. Die persönliche Bekanntschaft mit Gershwin, die durch den Pianisten Oscar Levant, initiiert wurde, vertiefte sich bald. Im August 1936 bezogen George Gershwin, dessen Bruder Ira und und Schwägerin Lee ein luxuriöses Anwesen mit Tennisplatz und Swimmingpool. Adresse: 1019 North Roxbury Drive, Beverly Hills. Schönberg war forthin häufig am und abseits des Tennisplatzes zu Gast. Er besaß keinen Führerschein und wurde häufig von seiner Frau Gertrud zu den Gershwins gefahren. Seine Adresse seit Mai 1936: 116 North Rockingham Avenue, Brentwood Park

Der Komponist und Dirigent Albert Sendrey analysierte die unterschiedlichen Spielstile der berühmten Tennisspieler: "He, Gershwin, expresses linear counterpoint in his strokes, whereas Schoenberg concentrates on mere harmony, the safe return of the ball, the more than physical aspect of reaching a well-placed drive in the far corner of his side; he no longer places his returns, while George is more careful than ever to achieve clarity of his intentions.” (George Gershwin, 1938)

Im Dezember 1936 trafen die Mitglieder des Kolisch-Quartetts in Los Angeles ein, um die vier Streichquartette Schönbergs bei den United Artists Studios auf Schallplatten aufzunehmen und die Werke in Konzerten an der UCLA zu Gehör zu bringen. Auch ein gemeinsamer Besuch des Komponisten mit seiner Frau und dem Kolisch-Quartett in der Roxbury Drive stand auf dem Programm. Diese Zusammenkunft wurde von zwei Kameras für die Nachwelt eingefangen. Eine Kamera wurde von George Gershwin bedient, eine andere vermutlich von seinem Bruder Ira. Die Library of Congress als Standort der George- und Ira-Gershwin-Nachlässe hat dieses 1936 entstandene Home Movie digitalisiert und auf youtube veröffentlicht.

Wir nahmen diese Gelegenheit zum Anlass, einen digitalen Eingriff in das Material vorzunehmen. Dies betrifft einerseits die Abspielgeschwindigkeit, welche den natürlichen Bewegungsabläufen angeglichen wurde, wie auch die Perspektive: das Home Movie wurde gemäß der logischen Ansicht der Personen reversiert.