Im Februar 1935 wurde in Wien ein runder Geburtstag gefeiert. Schönbergs Schüler Alban Berg beging am 9. Februar dieses Jahres seinen 50er. Anlass für besondere Geschenke!

»ich habe nicht geglaubt, daß man noch so glücklich sein kann, wie ich es war, als heute früh: an meinem Geburtstag – also auf die Minute genau – Deine Gratulation ankam, u. wie ich es seither bin. Ich weiß nicht, über was ich mich am meisten freue: über Deinen so lieben Brief, über das wunderbare Gedicht, über den kunstvollen Kanon mit seinen liebevollen Worten u. Lulu-Anspielungen (den Erdgeist-Quarten sogar!!!). – oder über die Schallplatte: Wie wir Deine geliebte traute Stimme vernahmen, brachen wir beide: Helene u. ich in Tränen aus: es war so, als wärst Du nach langer, langer Trennung zu uns ins Zimmer getreten ...«
(Alban Berg an Arnold Schönberg, 9. Februar 1935)

Eine Schallplatte?

Am 20. Januar 1935 nahm Schönberg mit seiner Frau Gertrud und Tochter Nuria zwei Home Recordings auf. Die – leider verschollene – Platte für Alban Berg und eine zweite mit Label »RCA Victor Home Recording Record« für Gertruds in Wien weilende Mutter Henriette Kolisch, die am 22. Februar ihren Geburtstag feierte. Diese Platte wurde im Rahmen eines Digitalisierungsprojektes der Österreichischen Mediathek zusammen mit allen anderen Tonträgern aus Schönbergs Nachlass professionell überspielt.

Die für Henriette Kolisch am 20. Januar 1935 aufgenommene Grußbotschaft wird vom Arnold Schönberg Center am 7. Mai 2020 in einer klanglich optimierten und bebilderten Version auf youtube und social media erstmalig veröffentlicht. An diesem Tag feiert Nuria Schoenberg Nono, Tochter des Komponisten, ihren 88. Geburtstag.

Es sprechen: ARTRUNUR (Arnold, Trude und Nuria).